Die Suche nach einem neuen Kapellmeister
Vom Auswahlverfahren bis zur finalen Entscheidung

Mit dem Start einer neuen Konzertreihe im Wiener Kursalon ab Mitte 2027 beginnt für das Wiener Residenzorchester ein neues musikalisches Kapitel.

Um diese neue Ära künstlerisch zu gestalten und weiterzuentwickeln, wurde ein neuer Kapellmeister:in gesucht. Dieser übernimmt künftig die musikalische Leitung der Konzertreihe und wird die künstlerische Ausrichtung des Orchesters entscheidend mitprägen.

Was macht ein Kapellmeister

Der oder die Kapellmeister:in trägt die musikalische und künstlerische Verantwortung für das Orchester. Zu den Aufgaben gehören die Planung und Leitung der Proben, die musikalische Vorbereitung der Werke sowie die enge Zusammenarbeit mit den Musiker:innen. Durch die Entwicklung der musikalischen Interpretation sorgt er oder sie dafür, dass alle Mitwirkenden als Einheit zusammenfinden und dirigiert die Konzerte des Wiener Hofburg Orchesters sowie des Wiener Residenz Orchesters.

Der Begriff „Kapellmeister“ blickt im deutschsprachigen Raum auf eine lange Tradition zurück. Ursprünglich bezeichnete er den Leiter einer fürstlichen Hofkapelle, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch zur Berufsbezeichnung für Dirigent:innen an Opernhäusern und Theatern. Heute wird in diesem Zusammenhang häufig auch von einem Music Director oder Maestro gesprochen.

Zu den bekanntesten Kapellmeistern zählen unter anderem Gustav Mahler, Richard Strauss, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Claudio Abbado. Sie alle prägten den Klang bedeutender Orchester und inspirierten Generationen von Musiker:innen.

Das Auswahlverfahren 

Die Suche nach einem neuen Kapellmeister:in stieß auf großes Interesse: Rund 100 Bewerbungen aus dem In- und Ausland gingen ein.

Nach einer sorgfältigen Vorauswahl wurden vier herausragende Dirigent:innen zum Finale eingeladen – darunter zwei Frauen und zwei Männer.

Im Rahmen eines Vordirigats arbeiteten die Finalist:innen gemeinsam mit dem Wiener Hofburg Orchester an ausgewählten Werken. Dabei standen nicht nur die musikalische Interpretation und die Probenarbeit im Mittelpunkt, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Musiker:innen.

Ein wichtiger Bestandteil des Auswahlverfahrens war die Meinung des Orchesters selbst. Das Feedback der Musiker:innen floss gemeinsam mit der Einschätzung der künstlerischen Leitung in die finale Entscheidung ein. So wurde nicht nur die fachliche Qualifikation beurteilt, sondern auch, wie gut die musikalische Zusammenarbeit zwischen Dirigent:in und Orchester harmonierte.

Die Finalist:innen

Die vier Finalist:innen des Auswahlverfahrens waren Ioanna Vlagkouli (Griechenland), Robert Papocsi (Ungarn), Sangyoung Han (Südkorea) und Črt Lasbaher (Slowenien). Sie überzeugten mit internationaler Erfahrung, musikalischer Exzellenz und unterschiedlichen künstlerischen Schwerpunkten.

Ioanna Vlagkouli

Die griechische Dirigentin Ioanna Vlagkouli verbindet musikalische Vielseitigkeit mit internationaler Erfahrung. Nach ihrer Ausbildung als Pianistin und ihrem Studium der Musikwissenschaft begann sie ihre Dirigierlaufbahn unter Maestro Lucas Karytinos und schloss diese mit höchster Auszeichnung ab.

Als Dirigentin arbeitete sie bereits mit renommierten Orchestern wie dem Athens State Orchestra, dem Cyprus Symphony Orchestra und dem Bucharest Symphony Orchestra zusammen und leitete Konzerte sowie Opernproduktionen in verschiedenen europäischen Ländern. Ihre künstlerische Arbeit wurde bei internationalen Dirigierwettbewerben mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem ersten Preis sowie den Auszeichnungen für Orchester, Publikum und beste Dirigentin beim Wiener Schule Competition in Wien.

Neben ihrer Tätigkeit am Dirigentenpult ist Ioanna Vlagkouli auch ausgebildete Pianistin sowie preisgekrönte Balletttänzerin und Choreografin. Mit ihrer außergewöhnlichen Verbindung von Musik und Tanz zählt sie zu den vielseitigsten jungen Dirigentinnen ihrer Generation.

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Robert Papocsi

Der ungarische Dirigent Robert Papocsi verfügt über langjährige internationale Erfahrung als Dirigent, Pädagoge und ehemaliger Hornist. Nach seiner musikalischen Ausbildung als Hornist studierte er Dirigieren und entwickelte eine vielseitige Laufbahn, die ihn zu zahlreichen Opern- und Konzertproduktionen in Österreich, Ungarn und weiteren europäischen Ländern führte.

Heute ist er Professor für Dirigieren am Richard Wagner Konservatorium Wien sowie Chefdirigent des Symphonieorchesters Nagykanizsa. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit leitet er regelmäßig Opernproduktionen, Sinfoniekonzerte und Festivals und arbeitet mit Orchestern und Chören im internationalen Konzertbetrieb zusammen.

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Sangyoung Han

Die südkoreanische Dirigentin Sangyoung Han studierte Orchesterdirigieren und Opernkorrepetition an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Bereits während ihrer Ausbildung sammelte sie umfassende Erfahrung im Opern- und Konzertbetrieb und arbeitete unter anderem mit den Wiener Symphonikern, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien sowie der Wiener Staatsoper zusammen.

Seit 2024 ist sie an der Wiener Staatsoper als Korrepetitorin und Assistentin des Chordirektors tätig. Dort vertiefte sie ihre Auseinandersetzung mit der Wiener Musiktradition und dem Repertoire von Komponisten wie Mozart und Strauss. Ihre internationale Erfahrung als Dirigentin und musikalische Assistentin verbindet sie mit einer klaren musikalischen Handschrift und einer großen Leidenschaft für die klassische Musik.

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Črt Lasbaher – Unser neuer Kapellmeister

Der slowenische Dirigent Črt Lasbaher gehört zu den vielversprechendsten jungen Dirigenten seiner Generation. Seine musikalische Laufbahn begann bereits im Alter von sieben Jahren am Klavier, bevor er sich dem Orchesterdirigieren widmete.

Nach seinem Studium an der Musikakademie in Ljubljana setzte er seine Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort und schloss diese 2025 als Magister der Künste ab.

Bereits während seines Studiums sammelte er internationale Erfahrung bei renommierten Orchestern und Opernhäusern. Er dirigierte unter anderem die Slowenische Philharmonie, das Slowenische Nationaltheater Ljubljana, das Savaria Symphony Orchestra sowie Produktionen des Schleswig-Holstein Landestheaters. Als Assistent arbeitete er außerdem mit namhaften Dirigenten und Orchestern wie Andrés Orozco-Estrada, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Orchestra Sinfonica della RAI zusammen.

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Eine Entscheidung auf höchstem Niveau

Die Entscheidung fiel der künstlerischen Leitung und dem Orchester alles andere als leicht. Alle vier Finalist:innen überzeugten mit außergewöhnlicher musikalischer Qualität, unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen und einer inspirierenden Zusammenarbeit mit dem Wiener Hofburg Orchester und dem Wiener Residenz Orchester

Umso mehr freut es uns, dass wir auch in Zukunft mit den weiteren Finalist:innen zusammenarbeiten werden. Besucherinnen und Besucher dürfen sich bereits in dieser Saison auf weitere Gastdirigate freuen:

Erleben Sie musikalische Spitzenklasse

Vier außergewöhnliche Kapellmeister:innen, unvergessliche Konzertabende und die einzigartige Atmosphäre Wiens – erleben Sie unsere Kapellmeister:innen live und sichern Sie sich Ihren Platz bei einem unserer kommenden Konzerte.