Johan Strauss (Sohn) – 200 Jahre Walzerkönig Ein Jubiläumskonzert im Zeichen der Wiener Musiktradition

Am 25. Oktober 2025 feiert das Wiener Residenz Orchester den Geburtstag des Walzerkönigs Johann Strauss Sohn – mit einem Konzert im Wiener Börsensaal, bei dem seine Musik im Mittelpunkt steht. Das Jubiläumskonzert zum 200. Geburtstag würdigt sein einzigartiges Vermächtnis und verbindet Tradition mit festlicher Atmosphäre.

Johann Strauss Sohn – der Walzerkönig

Johann Strauss Sohn (1825–1899) prägte das musikalische Wien wie kaum ein anderer. Mit seinen schwungvollen Walzern, beschwingten Polkas und mitreißenden Märschen eroberte er die Ball- und Konzertsäle der Welt. Werke wie der „Donauwalzer“ oder die Operette „Die Fledermaus“ machten ihn unsterblich und zum Botschafter Wiens. Bis heute gilt er als Inbegriff der „Goldenen Ära“ – seine Kompositionen sind Ausdruck purer Lebensfreude und Wiener Eleganz. Kein Wunder also, dass sein Geburtstag Anlass für einen festlichen Konzertabend ist.

Neben seinen musikalischen Erfolgen war Johann Strauss Sohn auch ein Pionier der Vermarktung. Er unternahm zahlreiche Konzertreisen, die ihn von St. Petersburg bis nach Amerika führten, und machte den Wiener Walzer zu einem Welterfolg. Dabei verstand er es, die Leichtigkeit der Wiener Tanzmusik mit orchestraler Raffinesse zu verbinden – ein Stil, der bis heute als unverwechselbar gilt und die Konzerttradition Wiens nachhaltig geprägt hat.

Was Sie über Johann Strauss wissen sollten

Johann Strauss (Sohn) schuf ein beeindruckendes Lebenswerk von mehr als 500 Kompositionen – darunter Walzer, Polkas, Märsche und 16 Operetten. Er war nicht nur ein Musiker, sondern auch ein kluger Stratege seiner Zeit. Er verstand es, sein Schaffen geschickt zu vermarkten und den Wiener Walzer durch ausgedehnte Konzertreisen (von Russland bis Amerika) als Kulturgut und als „erster Musik-Botschafter Wiens“ in aller Welt zu etablieren.
Privat blieb sein Leben von Höhen und Tiefen geprägt: Drei Ehen, aber keine eigenen Kinder, prägten seine Biografie. Besonders seine erste Frau, die Sängerin Jetty Treffz, spielte eine Schlüsselrolle als Managerin und Organisatorin, während seine letzte Frau Adele nach seinem Tod zu einer leidenschaftlichen Bewahrerin seines Erbes wurde. Dank dieser Kombination aus künstlerischer Produktivität, internationaler Präsenz und familiärer Unterstützung wirkt sein Name bis heute als Synonym für das musikalische Wien.

Weniger Bekannte Fakten Über Johann Strauss (Sohn)

Von Melancholie getrieben: Hinter dem strahlenden Walzerkönig verbarg sich ein von Melancholie geplagter Mensch. Strauss selbst sagte, er stehe stets „im Bann des Einfalls“ – einer launischen Inspiration, die ihn Tag und Nacht zum Komponieren zwang.

Kauderwelsch statt Libretto: Strauss konnte sich die Texte seiner Operetten nicht merken. Beim Vorsingen dichtete er daher oft „Kauderwelsch“, wobei er nur die Vokale sang. Für ihn zählte einzig die Melodie – die Worte waren Nebensache.

Der tanzende Nichttänzer: Zeitgenossen hielten Strauss für einen Mann, der nie tanzte. Doch Briefe zeigen: In seiner Jugend wirbelte er bei privaten Feiern sehr wohl übers Parkett – erst später kultivierte er den Mythos des „Nichttänzers“.

Der Donauwalzer als Satire: Heute gilt er als Österreichs inoffizielle Hymne. Doch die erste Version des Donauwalzers von 1867 war eine beißende Satire auf Krieg, Politik und soziale Not – mit Zeilen wie: „Wiener seid froh! Oho, wieso?“

Boston im XXL-Format: Bei einer USA-Tournee 1872 dirigierte Strauss in Boston ein 800-Mann-Orchester vor 30.000 Zuhörern. Um alle zu synchronisieren, mussten sogar Kanonenschüsse als Taktgeber dienen.

Familienrivalität: Strauss überstrahlte seinen Vater Johann Strauss (Vater) und behandelte seine Brüder Josef und Eduard oft herablassend. Eduard enterbte er, und Josefs Witwe erhielt gar spöttische Briefe.

Liebe mit Hindernissen: Um seine dritte Frau Adele heiraten zu können, gab Strauss 1886 seine österreichische Staatsbürgerschaft auf und konvertierte zum Protestantismus. „Was thut man nicht alles für ein Weib“, kommentierte er selbstironisch.

Vom NS-Regime vereinnahmt: 1938 wurde bekannt, dass Strauss jüdische Vorfahren hatte. Goebbels ließ Dokumente fälschen, um Strauss’ „arische“ Herkunft zu sichern – seine Musik war für die Propaganda zu wichtig.

Das Jubiläumskonzert zum 200. Geburtstag

Zu Ehren von Johann Strauss spielt das Wiener Residenz Orchester am 25. Oktober, dem 200. Geburtstag von Johann Strauss ein besonderes Jubiläumskonzert unter der Leitung von Daniel Auner.

Daniel Auner zählt zu den vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten Wiens. Als Geiger und Dirigent verbindet er tiefes stilistisches Verständnis mit klarer künstlerischer Handschrift. Auch mit dem Wiener Residenz Orchester ist er seit Jahren eng verbunden – als Solist, künstlerischer Partner und Impulsgeber.

Daniel Auner ist bekannt für seine Auftritte im Stehgeiger-Stil, einer historischen Wiener Tradition, bei der der Dirigent gleichzeitig die Geige spielt – besonders gepflegt in seiner Konzertreihe Caprice Viennois beim Wiener Hofburgorchester. Darüber hinaus wirkt er seit 2019 als Chefdirigent des Mödlinger Symphonischen Orchesters. Mit seiner Wiener Herkunft und seinem Gespür für Klangbalance prägt Auner Konzerte, die zugleich traditionsbewusst und lebendig modern sind.

Freuen Sie sich auf einen Konzertabend, der das musikalische Erbe Johann Strauss’ in den Mittelpunkt stellt – lebendig interpretiert und stilvoll präsentiert vom Wiener Residenz Orchester unter der Leitung von Daniel Auner.