Wiener Residenzorchester gewinnt Publikumspreis "Unterföhringer Mohr"

Unterföhring - Österreich-ungarische K&K-Seligkeit am Tag der Deutschen Einheit -
die Besucher im vollbesetzten Unterföhringer Bürgerhaussaal irritierte das nicht.

6000 Euro Preisgeld übergibt Bürgermeister Franz Schwarz (l.) Silvia Moser und ihrem Orchester. Foto: Förtsch
 










 


 

Im Gegenteil: Begeistert applaudierten sie den Musikern auf der Bühne. Das Wiener Residenzorchester hatte sich ja schon vor zwei Jahren in die Herzen der Unterföhringer Besucher gespielt. Sonst hätte es am Montagabend nicht den „Unterföhringer Mohren“ entgegen nehmen dürfen. Denn dieser Kulturpreis ist ein besonderer Preis: Er wird nicht von Kulturkritikern, sondern vom Publikum vergeben.

Dieser „Publikumsliebling“, wie es Bürgermeister Franz Schwarz in seiner Laudatio betonte, sei 2009 eben das große Residenzorchester gewesen. Staunend und sehr glücklich nahm Orchesterchefin Sylvia Moser nicht nur den „Unterföhringer Mohr“ entgegen, gestaltet von der Ismaninger Bildhauerin Margit Festl, und die Gedenkmünzen für ihre Musiker, sondern vor allem 6000 Euro Preisgeld. „Wir hätten heute hier aber auch nur für Gage gespielt“, sagte sie lachend. „Aber das Preisgeld geben wir jetzt nicht mehr her!“

So locker wie sich die Chefin der Musiker präsentierte, die Anfang der 90er Jahre mit ihrem 2005 verstorbenen Mann, dem Pianisten, Dirigenten und Komponisten Paul Moser das Orchester gründete, so locker lief auch der Abend ab: Locker, aber voll Stil und Können. Dafür sorgten schon die Musiker, allen voran Dirigent Gerhard Lagrange, der sein Können vor allem mit Witz und Charme überbrachte, sowie Violinist und Konzertmeister Wolfgang Göllner, der voll Hingabe und Virtuosität Vittorio Montis „Czarda“ darbot. Vor allem aber spielten die Musiker die lieblichen, typischen Wiener Klassiker von Franz Lehar und Johann Strauss, Walzer und Polka zum Dahinschmelzen.

Ein wenig romantisch musste der Gast also schon sein, um den Abend voll Lieder über Liebe und Hingabe auch genießen zu können. Das waren die Besucher. So gab es immer wieder Zwischenapplaus. Mit Tenor Franz Supper und Sopranistin Eva Kumpfmüller und ihren Arien und aus bekannten Operetten, wie „Land des Lächelns“ oder „Gräfin Mariza“ füllte sich der Saal so voll Klang und Intensität, dass es ein wahrer Genuss war.Eine besondere Augenweide waren die beiden Tänzer, der schneidige junge Rumäne Alexandru Tcacenco und die entzückende Dänin Josefine Tyler. Fast schwebte das Paar über die schmale Bühne. Da hatten die Musiker ganz schön zu kämpfen, wenn Tyler sich drehte und mit ihrem flatternden Rock immer wieder Noten vom Pult fegte. 

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